Ausgangslage
Frauscher entwickelt sicherheitstechnische Anlagen für den Bahnbereich, ein Umfeld, in dem jede Funktion nachweislich normkonform sein muss. Der Testprozess dafür war über die Jahre gewachsen und stieß bei steigenden Anforderungen zunehmend an seine Grenzen. Wesentliche Schritte wurden manuell durchgeführt und waren nicht mit einer systematischen Wirkungsanalyse verknüpft, sodass nach jeder Änderung unklar blieb, was erneut zu prüfen war.
Die Qualitätssicherung stützte sich nahezu ausschließlich auf Hardware-in-the-Loop-Tests mit realer Zielhardware, ein Ansatz mit hohen Kosten, langen Durchlaufzeiten und teils inkonsistenten Ergebnissen. Zusammen mit Rückmeldungen aus dem Feld und einer gewachsenen, schwer wartbaren Softwarearchitektur führte das zu langen Release-Zyklen und steigenden Wartungsaufwänden.
Herausforderung
Fachlich ging es darum, den Prozess grundlegend neu auszurichten und dabei durchgängig konform zur einschlägigen Norm (CENELEC EN 50716) zu bleiben, also normkonform zu werden und gleichzeitig schneller.
Mindestens ebenso anspruchsvoll war die organisatorische Seite: Rund 80 Mitarbeitende an Standorten in Österreich, Indien und Polen waren direkt betroffen, mit unterschiedlichen Arbeits- und Kommunikationskulturen. Eine über Jahre eingespielte Arbeitsweise sollte verändert und dabei auch nicht-technische Beteiligte wie Product Owner und RAMS-Manager überzeugt werden.
Das Ziel: ein normkonformer Testprozess, der Fehler früher findet, Audits entlastet und im gesamten Unternehmen getragen wird.
Lösung
Fachlich fundiert und organisatorisch verankert, von der Teststrategie bis zur technischen Grundlage für automatisierte Tests. Change Management, klare Verantwortlichkeiten und zielgruppengerechte, mehrsprachige Schulungen sorgten dafür, dass die neue Arbeitsweise über alle Standorte hinweg getragen wird.
Eine Teststrategie sichert den fortlaufenden Nachweis der Normkonformität, früh abgestimmt mit den zuständigen RAMS-Managern und externen Assessoren. Parallel wurde die Prozessbeschreibung konsequent verschlankt: Alle Schritte, die weder die Qualität erhöhen noch eine normative Anforderung erfüllen, wurden entfernt.
An die Stelle des späten Prüfens trat ein risikobasierter, nach Safety-Kriterien priorisierter Ansatz, der Tests früh und kontinuierlich im Entwicklungszyklus verankert. Testnachweise und Dokumentation entstehen automatisiert und senken den wiederkehrenden Aufwand für Assessments und Audits nachhaltig.
Eine Abstraktionsschicht im Produktcode entkoppelt die Software von Zielhardware und Betriebssystem. Tests lassen sich damit hardwareunabhängig und automatisiert ausführen, statt fast ausschließlich über teure Hardware-in-the-Loop-Tests. Das erhöht die Testbarkeit und macht unabhängiger von einzelnen Anbietern.
Ergebnis
Der Testprozess ist heute deutlich verschlankt und normkonform und schafft die Grundlage für kürzere Entwicklungszyklen und schnellere Bugfix-Projekte. Weil früh und automatisiert getestet wird, werden Fehler deutlich früher erkannt, was die Kosten ihrer Behebung senkt. Einfachere, besser dokumentierte Prozesse reduzieren den Aufwand für interne und externe Assessments; die durchgeführten Schulungen haben Qualitätsbewusstsein und Testkompetenz über alle Standorte hinweg gestärkt.
Kundenstimme
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